Stadt Obertshausen

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Aus der Historie der Stadt Obertshausen

Obertshausen früher und heute

Obertshausen ist eine von 13 Städten und Gemeinden des Kreises Offenbach und liegt in dessen nordöstlichem Bereich. Die liebenswerte Kleinstadt im hektisch bewegten Rhein-Main Gebiet, hat sich bis zum heutigen Tag seinen beschaulichen Charme erhalten.

In den Jahren nach dem 2. Weltkrieg nahmen die beiden selbstständigen Gemeinden Hausen und Obertshausen überproportional an Einwohnern zu, einmal durch den Zuzug vieler Vertriebener, zum anderen durch ihre günstige Lage zwischen den umliegenden Großstädten Frankfurt am Main, Offenbach am Main, Hanau und Darmstadt. So wurden in ca. 50 Jahren aus kleinen dörflichen Gemeinden zwei zukunftsträchtige Kommunen, die durch die Zusammenlegung bei der Hessischen Gebietsreform im Jahr 1977 ihre Selbstständigkeit aufgeben mussten und heute eine Kleinstadt von etwa 25.500 Einwohnern bilden.

1979 wurden der Gemeinde Obertshausen durch die Hessische Landesregierung die Stadtrechte verliehen.

Entstehungsgeschichte

Obertshausen Anno 1849

Beide Ursprungsgemeinden blicken auf eine lange Entstehungsgeschichte zurück. In der Zeit der großen karolingischen Rodungsperiode (686 - 814) entstanden die ersten Ansiedlungen. Aus dem Zinsregister der nahegelegenen Abtei Seligenstadt gehen erstmals die Namen "Huson" und "Oberdueshuson" hervor. In weiteren Geschichtsurkunden ist zu lesen, dass es Heinrich IV. war, der 1069 dem Kloster Jakob in Mainz "Neubruchland im Forst Dreieich bei dem Dorfe Hausen" schenkte.

In der Folgezeit waren den beiden Dörfern wechselnde Zeiten beschieden. So wurden nacheinander die Herren von Eppstein, Ullrich von Hanau und 1425 der Erzbischof Conrad III. von Mainz Eigentümer des gesamten Landstrichs.

Im 30jährigen Krieg zogen Landknechte plündernd und brandschatzend durch die Gegend. 1636 kam zu allem Unglück auch noch der Ausbruch der Pest hinzu, so dass nach den Aufzeichnungen dieser Jahre Obertshausen noch 20 und Hausen noch 7 Einwohner zählte.

Infolge der Türkenkriege (1648 - 1687) und einer Hungersnot, benötigte das Mainzer Erzstift als Eigentümer der beiden Orte dringend Geld, so verkaufte man die wenig ertragreichen Ländereien samt Dörfern und Einwohnern an den Grafen Philip von Schönborn.

1803 kamen Hausen und Obertshausen unter die Souveränität der Fürsten von Isenburg-Birstein. 1816 gingen beide an das Großherzogtum Hessen über.

Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts fügten sich die beiden Gemeinden in das Bild der nahen und weiteren Umgebung ein; sie waren rein landwirtschaftlich orientiert. Doch viele Einwohner vermochten von den spärlichen Erträgen ihr tägliches Brot nicht mehr zu erwirtschaften. So wanderten immer mehr in die städtischen Fabriken ab und nahmen weite Fußmärsche von 10 km in die Städte Offenbach und Hanau in Kauf.

Ende des 19. Jahrhunderts erschließt die Fertigstellung einer Eisenbahn-Nebenstrecke die Region Offenbach-Dieburg-Reinheim. Dies ermöglichte vielen Bewohnern Obertshausens die Möglichkeit einer Erwerbstätigkeit in der Industrie. Die Landwirtschaft wurde nun als Nebenerwerb betrieben.

Besonders in Offenbach am Main wurden zahlreiche Lederwarenbetriebe gegründet. Bald entstand der Begriff des "Heimarbeiters". Diese Form der Teilproduktion von Lederwaren in häuslichen Betrieben, ermöglichte die Mithilfe der ganzen Familie am Broterwerb. Nach und nach entwickelten sich daraus zahlreiche selbstständige Betriebe in Hausen und Obertshausen. Um 1965 bestanden in beiden Orten nahezu 130 kleine, mittlere und größere Unternehmen der Lederwarenbranche.

Auch einige Betriebe der Metall- und Papierverarbeitung sowie die Firma Karl-Mayer, eine Wirkmaschinenfabrik, expandierten innerhalb von wenigen Jahren.

So galten Hausen und Obertshausen in den 60er Jahren als zwei der reichsten Gemeinden Deutschlands, bezogen auf das Pro-Kopf-Steueraufkommen.

Dies hatte zur Folge, dass in diesen Jahren die Infrastruktur rasant ausgebaut werden konnte. Bürgerhaus und Rathäuser, gemeinsames Hallen- und Freibad, Kindergärten, Schulen, Sporthallen und -plätze, Kinderspiel- und Bolzplätze sowie Seniorenwohnheime wurden in dieser Zeit errichtet.

Text von Hildegard Bühl

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