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Von geschützten Flächen und raren Vögeln

Großen Zuspruch fand jüngst die Ausstellungseröffnung zur 40-jährigen Vereinsgeschichte des Naturschutzbundes Obertshausen. Bürgermeister Roger Winter sprach einige Begrüßungsworte, bevor die Vorstandsmitglieder Peter Erlemann und Joachim Aßmuth einen Blick zurück wagten. 
Foto: Schäfer/Stadt Obertshausen
Großen Zuspruch fand jüngst die Ausstellungseröffnung zur 40-jährigen Vereinsgeschichte des Naturschutzbundes Obertshausen. Bürgermeister Roger Winter sprach einige Begrüßungsworte, bevor die Vorstandsmitglieder Peter Erlemann und Joachim Aßmuth einen Blick zurück wagten.
Foto: Schäfer/Stadt Obertshausen

Mit Eifer, Einsatz und Nachdruck setzen sich auch 40 Jahre nach der Gründung des Naturschutzbundes (NABU) Obertshausen sein Vorstand und seine Mitglieder immer noch für ihre gesetzten Ziele ein. Aktuell beleuchtet eine Ausstellung im Rathaus an der Schubertstraße die jahrzehntelange Vereinsgeschichte. „Ich erinnere, als sei es gestern gewesen, als am 28. Dezember in unserem Wohnzimmer zehn Personen zusammen saßen und die Liste von Schutzmaßnahmen besprochen haben“, sagte NABU-Vorsitzender Peter Erlemann anlässlich der Ausstellungseröffnung und blickte zurück ins Jahr 1978. Auch Obertshausens Bürgermeister Roger Winter weiß, welchen langen und erfolgreichen Weg der Verein bisher gegangen ist. „Der NABU hat in den 40 Jahren viel erreicht – nicht nur händig auch in der Köpfen der Leute. Ich bin froh, dass wir den NABU an unserer Seite haben“, betonte der Rathaus-Chef.
 
Naturschutz, Vogelschutz, Vogelkunde, Amphibien, Fledermäuse, Botanik und Insekten gehören seitdem zu den vielfältigen Aufgaben der engagierten Naturschützer, die auch mit dem Umweltpreis des Kreises Offenbach ausgezeichnet wurden. Aus der anfänglichen Idee, eine Obertshausener Gruppe des Naturschutzbundes Deutschland zu gründen, wurde Realität. Acht Mitglieder nahmen sich dem Vorhaben an und setzten sich im Zeichen des Naturschutzes ein. Ende 1979 zählte der Verein bereits 32 Mitglieder.
 
Ein Hauptaugenmerk der Mitglieder galt von Anfang an dem Gräbenwäldchesfeld. Nach „positiven Entwicklungen“ unter anderem durch den Stau des Grabens am Rande der Wiese und einem Gutachten zur Schutzwürdigkeit und viel Überzeugungsarbeit erfolgte im Dezember 1990 die Ausweisung als Naturschutzgebiet. Die Mitglieder widmeten sich im Laufe der Jahre weiteren Flächen und Biotopen und setzten sich für Pflege und Erhalt ein – so zum Beispiel der Fläche direkt neben dem Gräbenwäldchesfeld, einem Gebiet am Angelweiher und städtischen Grünanlagen.
 
Stadt Obertshausen und auch die NABU-Mitglieder setzen auf regen Austausch und Kooperation. Bereits 1981 forderten die Naturschützer, die Grünflächen weniger intensiv zu mähen. Nach einer Versuchsfläche, werden nun die Randstreifen an der Bürgermeister-Mahr-Straße nur ein bis zweimal pro Jahr gemäht. „So können sich Blütenpflanzen als Nahrungsquellen für Insekten entwickeln“, informierte Peter Erlemann. Auch ein Umweltbeirat wurde ins Leben gerufen.
 
Solch ein runder Geburtstag bietet auch immer wieder Anlass um Wegbegleitern zu danken. So richtete Peter Erlemann bei der Ausstellungseröffnung seinen Dank an den Magistrat der Stadt Obertshausen für die finanzielle und materielle Unterstützung, an Untere Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach für die Finanzierung mehrere Naturschutzmaßnahmen, an die politischen Gremien für die gute Zusammenarbeit, an die Mitarbeiter des städtischen Bauhofs für die Hilfe bei der Nestmontage und Nestkontrolle, an das Forstamt Langen, an Bernhard Rudolph vom Wiesenhof für die Pflege der Wiesen und Unterstützung bei mehreren Artenschutzprojekten und an alle Unterstützer im NABU.
 
Doch neben den Erfolgen erinnerte Peter Erlemann auch an die Verluste artenreicher Lebensräume, die auch die engagierten Naturschützer nicht halten konnten. Beispielsweise nannte der NABU-Vorsitzende den Bau der Umgehungsstraße oder den Bau der verlängerten Badstraße. „Die Freiräume wurden immer enger, landwirtschaftliche Nutzung und Freizeitaktivitäten intensiver. Biespiel hierfür sind die zahlreichen freilaufenden Hunde. Einige Halter nehmen unbeeindruckt in Kauf, dass ihre Tiere auf Störche, Graureiher und Gänse losrennen“, sagte Erlemann. In diesem Zusammenhang lobte er die Initiative der Stadt, mit Schildern an die Brut- und Setzzeit zu erinnern und um das Anleinen der Tiere zu bitten.
 
Eine traurige Bilanz zog Peter Erlemann auch in puncto Vogelschutz: „20 Vogelarten sind in den vier Jahrzehnten als Brutvögel verschwunden, darunter durchaus bekannte Arten wie Kiebtz und Reghuhn, die Haubenlerche und Uferschwalbe - oder Spezialisten wie Steinschmätzer und Schwarzkehlchen. Für weitere zehn Arten ist derzeit ungewiss, ob sie noch in der Gemarkung vorkommen – darunter Baumfalke, Habicht und Ziegenmelker.“
 
Aktuell zählt die Obertshausener NABU-Gruppe laut Vereinshomepage 112 Mitglieder - 112 Personen, die sich in Obertshausen intensiv und vielfältig für den Naturschutz einsetzen. Damit der Verein seine „vielen guten Naturschutz-Ideen“ auch notieren kann, überreichte Bürgermeister Roger Winter stellvertretend dem Vereinsvorsitzenden eine Mappe als Geschenk zum runden Vereinsgeburtstag.
 
Wer sich ein Bild von der 40-jährigen Vereinsgeschichte des NABU Obertshausen machen möchte, kann noch bis Ende März 2019 die Ausstellung im Rathaus Schubertstraße besichtigen. Zu betrachten sind die informativen Stellwände während der Dienstzeiten des Rathauses Schubertstraße: montags, dienstags und donnerstags von 8 bis 16 Uhr, mittwochs von 8 bis 18.30 Uhr sowie freitags von 8 bis 12.30 Uhr. „Der NABU Obertshausen hat in den 40 Jahren viel erreicht und dabei sein Ziel nie aus dem Blick verloren“, sagt Bürgermeister Roger Winter. „Damit hat der Verein auch zur Gestaltung unserer Stadt beigetragen. Es wirklich beeindruckend zu sehen, was die Mitglieder in den vier Jahrzehnten alles umgesetzt haben. Ein Besuch der Ausstellung und somit ein Blick in die Vereinsgeschichte lohnt sich.“

Wissenswertes zum Naturschutzbund Obertshausen und seiner Arbeit liefert die derzeitige Ausstellung im Rathaus Schubertstraße, zu sehen ist sie noch bis Ende März im Verwaltungsgebäude. 
Foto: Schäfer/Stadt Obertshausen
Wissenswertes zum Naturschutzbund Obertshausen und seiner Arbeit liefert die derzeitige Ausstellung im Rathaus Schubertstraße, zu sehen ist sie noch bis Ende März im Verwaltungsgebäude.
Foto: Schäfer/Stadt Obertshausen

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