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Obertshausen setzt ein Zeichen für seelische Gesundheit

Gemeinsam für die Woche der seelischen Gesundheit in Obertshausen im Einsatz (von links): Jörg Engelhardt (LUIS HILFT), Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Dosch, Claudia Wißmann (Praxis für Psychotherapie), Jens Lipponer (Selbsthilfegruppe Albatros) und Matthias Bork (LUIS HILFT). Weiter gehört zum Planungsteam John Bergen von der Stiftung Lebensräume. 
Foto: Christina Schäfer/Stadt Obertshausen
Gemeinsam für die Woche der seelischen Gesundheit in Obertshausen im Einsatz (von links): Jörg Engelhardt (LUIS HILFT), Verwaltungsmitarbeiterin Andrea Dosch, Claudia Wißmann (Praxis für Psychotherapie), Jens Lipponer (Selbsthilfegruppe Albatros) und Matthias Bork (LUIS HILFT). Weiter gehört zum Planungsteam John Bergen von der Stiftung Lebensräume.
Foto: Christina Schäfer/Stadt Obertshausen

Psychische Gesundheit geht alle an. Mit diesem wichtigen Anliegen beteiligt sich die Stadt Obertshausen bereits zum vierten Mal in Folge an der bundesweiten „Woche der seelischen Gesundheit“ vom 10. bis 20. Oktober. Damit bleibt Obertshausen weiterhin die einzige Kommune im Kreis Offenbach, die sich aktiv an der bundesweiten Aktionswoche beteiligt.
 
Das Aktionsbündnis Seelische Gesundheit engagiert sich seit mittlerweile 20 Jahren erfolgreich gegen die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen. Menschen mit psychischen Belastungen und ihre Angehörigen zu stärken sowie das Thema nachhaltig in Gesellschaft, Politik und Fachwelt zu verankern, gehört zu den zentralen Zielen der Initiative. Denn seelische Gesundheit betrifft – auf unterschiedliche Weise - jeden Menschen.
 
Die Beteiligung Obertshausens geht ursprünglich auf die Initiative des Vereins LUIS HILFT zurück. Während der Verein in den vergangenen Jahren die Organisation nahezu allein getragen hat, wurde das Programm für 2026 erstmals von einem engagierten Planungsteam entwickelt. Neben LUIS HILFT beteiligen sich die Selbsthilfegruppe Albatros, die Stiftung Lebensräume sowie die Praxis für Psychotherapie - Beratung und Coaching Claudia Wißmann.
 
Unter der Federführung des städtischen Fachdienstes Soziale Leistungen ist ein abwechslungsreiches Programm entstanden, das sich bewusst an alle Bürgerinnen und Bürger richtet. Die Veranstaltungen sollen niedrigschwellige Zugänge schaffen, zur Auseinandersetzung mit dem Thema psychische Gesundheit anregen und gleichzeitig auf bestehende Angebote und Hilfesysteme im Stadtgebiet aufmerksam machen.
 
Bemerkenswert ist dabei, dass für die Aktionswoche kein eigenes Budget zur Verfügung steht. Sämtliche Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner sowie die Referentinnen und Referenten engagieren sich ehrenamtlich und ohne finanzielle Vergütung. Dieses Engagement entspricht dem Grundgedanken des Bündnisses für seelische Gesundheit und macht es möglich, dass alle Veranstaltungen kostenfrei und ohne vorherige Anmeldung besucht werden können.
 
Ein besonderer Programmhöhepunkt ist der Besuch von Dr. Claudia Kociucki, die im Rahmen ihrer Veranstaltungstour für die Deutsche DepressionsLiga auch in Obertshausen Station macht (13. Oktober, 19.30 Uhr, Familienzentrum). In ihrem Kommunikationsratgeber „Sei froh, dass es nichts Ernstes ist!“ setzt sie sich mit Wirkung von Sprache im Umgang mit Menschen mit Depressionen und deren Angehörigen auseinander und wirbt für einen respektvollen Dialog. Die Lesung mit Gespräch zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Verständnis und Sensibilität im Alltag sind.
 
Einen besonderen Stellenwert nimmt in diesem Jahr das Thema Prävention und Selbstfürsorge ein. Beim Workshop „Gut zu mir – Tag der Selbstfürsorge“ (11. Oktober, 14 bis 17 Uhr, Familienzentrum) können Teilnehmende verschiedene Methoden zur Stärkung des eigenen Wohlbefindens ausprobieren. Yoga, Achtsamkeitsübungen und EFT (Emotional Freedom Techniques - eine Klopftechnik zur Stressreduktion) werden als Schnupperangebote vorgestellt und bieten die Möglichkeit, neue Wege zur Förderung der eigenen seelischen Gesundheit kennenzulernen.
 
Auch der Vortrag „Wenn die Energie schwindet – Burnout frühzeitig erkennen und vorbeugen“ (15. Oktober, 19 Uhr, Familienzentrum) von Claudia Wißmann widmet sich dem Thema Vorbeugung und Selbstfürsorge. Ergänzt wird das Angebot durch den Vortrag „Wege zu gesundem und erholsamem Schlaf“ (14. Oktober, 19.30 Uhr, Familienzentrum) von Sylvia Hornung. Die Referentin beleuchtet sowohl körperliche als auch psychische Einflussfaktoren auf den Schlaf und gibt praxisnahe Tipps für eine gesunde Schlafumgebung.
 
Wer sich über konkrete Hilfs- und Unterstützungsangebote informieren möchte, hat dazu ebenfalls Gelegenheit. Der Verein LUIS HILFT öffnet seine Türen (10.Oktober, 14 bis 18 Uhr, Pfarrer-Schwahn-Str.16) und stellt die vielfältigen Angebote des Vereins vor. Wenige Tage später lädt auch die Stiftung Lebensräume zu einem Tag der offenen Tür (13. Oktober, 13 bis 17 Uhr, Seligenstädter Straße 18) ein; ein Fachvortrag (ab 17 Uhr) über das Betreuungsrecht sowie den Zugang zum Betreuungssystem schließt sich unmittelbar an.
 
In weiteren Programmpunkten werden unter anderem toxische Beziehungsmuster beleuchtet, psychische Erkrankungen und deren moderne Behandlungsmöglichkeiten erklärt und auch das Thema Mediensucht wird behandelt. In ihrem Vortrag (19. Oktober, 19 Uhr, Familienzentrum) beschäftigt sich Referentin Laura Bender vom Suchthilfezentrum Wildhof mit der Frage, wie viel Medienkonsum noch gesund ist und wann die Nutzung von Smartphone, Social Media und digitalen Medien problematisch werden kann. Der Schwerpunkt liegt auf der Prävention bei Kindern und Jugendlichen, zugleich sind aber alle Interessierten eingeladen, das eigene Medienverhalten kritisch zu reflektieren.
 
Das Planungsteam hat außerdem eine Kooperation zwischen der Referentin für Mediensucht und der Georg-Kerschensteiner-Schule (GKS) auf den Weg gebracht: Schülerinnen und Schüler der GKS werden im Rahmen der Woche der seelischen Gesundheit in Workshops für das Thema Mediensucht sensibilisiert.
 
Mit ihrem vielfältigen Angebot möchte die „Woche der seelischen Gesundheit“ Wissen vermitteln, Vorurteile abbauen und Mut machen, über psychische Belastungen offen zu sprechen. „Die Veranstaltungsreihe zeigt eindrucksvoll, wie wichtig gesellschaftlicher Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung für die seelische Gesundheit sind“, erklärt Erster Stadtrat Michael Möser.
 
Weitere Informationen sowie das vollständige Programm sind im Veranstaltungskalender der Stadt Obertshausen unter www.obertshausen.de sowie auf dem Social-Media-Kanal des Familienzentrums Obertshausen auf Facebook zu finden.
 

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