Der Ehrungsabend der Stadt Obertshausen ist immer ein besonderes Ereignis. Diese Veranstaltung ist den Menschen gewidmet, die sich mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein ehrenamtlich für das Wohl anderer einsetzen. Es sind die Menschen, die die Gesellschaft lebendig und menschlich machen. Ihnen gilt besonderer Dank und Anerkennung. Für 2026 standen elf Ehrungen im feierlichen Rahmen im Bürgerhaus an der Tempelhofer Straße an. In loser Folge werden die Geehrten näher vorgestellt. Diesmal: Thomas Picard, Wolfgang Krastel und Elmar Fuß. Sie wurden jeweils mit der Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet.
Hildegard Knorr hielt die Laudatio auf Thomas Picard (Mitte). Zur Ehrung gratulierten Bürgermeister Manuel Friedrich (rechts), Erster Stadtrat Michael Möser (links) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano.
Foto: Stadt Obertshausen
„Schon in jungen Jahren übernahm Thomas Picard Verantwortung, zum Beispiel war er Pfarrjugendleiter, er arbeitete in der Dekanatsjugendleitung mit, die Pfarrgemeinde lernte ihn als Messdiener und als Messdienerleiter kennen“, führte Stadträtin Hildegard Knorr in ihrer Laudatio aus. „Ich denke, diese Aktivitäten zeigen schon, dass damals der Grundstein für sein späteres ehrenamtliches Engagement gelegt wurde.“ Von 1974 bis 2002 war Thomas Picard gewähltes Mitglied im Pfarrgemeinderat St. Josef. Er wechselte von 2002 bis 2025 in den Verwaltungsrat der Pfarrgemeinde St Josef und war von 2010 bis Ende 2025 Obmann des Verwaltungsrats und Bevollmächtigter der Kindertagesstätte St. Josef Hausen.
Außerdem ist er seit 1989 Mitglied der Tennisabteilung TV Hausen und auch Mitbegründer der Tennishallen Gesellschaft des TV Hausen. Zudem gehört er seit 2013 dem Vorstand der Emma und Wilhelm Spahn-Stiftung an. „Thomas Picard engagiert sich kontinuierlich und stets zuverlässig auf mehreren Ebenen fürs Gemeinwohl“, fuhr Hildegard Knorr fort. Zu seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten zählt auch seit 2015 die Mitarbeit in der Flüchtlingshilfe.
Durch seine Leidenschaft für Lederwaren darf sich auch die Stadt Offenbach über das Engagement von Thomas Picard freuen – ob in der IHK-Vollversammlung, als Vizepräsident der Messe Offenbach GmbH, im Verwaltungsrat der Messegesellschaft Offenbach, im Lions Club Offenbach Lederstadt oder im Förderverein des Ledermuseums Offenbach. Dabei zeichne sich sein bescheidenes Wirken im Ehrenamt durch stille, unaufdringliche Hilfsbereitschaft und die Freude am Helfen aus, ohne im Rampenlicht stehen zu wollen, betonte Hildegard Knorr. An diesem Abend stand er dann doch im Rampenlicht, um die Verdienstmedaille in Bronze entgegenzunehmen.
Die Verdienstmedaille in Bronze ging beim Ehrungsabend 2026 auch an Wolfgang Krastel (Mitte). Stadtverordneter Rudolf Schulz (rechts) hielt die Laudatio. Zudem gratulierten Bürgermeister Manuel Friedrich (Zweiter von rechts), Erster Stadtrat Michael Möser (Zweiter von links) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano.
Foto: Stadt Obertshausen
Für sein langjähriges Engagement wurde auch Wolfgang Krastel geehrt. Die Laudatio hielt der Stadtverordnete Rudolf Schulz. Neben seinem vielfältigen ehrenamtlichen und politischen Wirken für Obertshausen habe sich Wolfgang Krastel mit außergewöhnlichem Einsatz den Themen Migration, Integration und der Unterstützung von geflüchteten Menschen gewidmet. „Mit großem Engagement hast Du dazu beigetragen, Brücken zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft zu bauen und das Zusammenleben in unserer Stadt aktiv mitgestaltet“, betonte der Laudator.
„Diese Hilfe und Unterstützung hast Du auch geleistet, gerade weil Du ein Nachkomme von Vertriebenen gewesen bist. Diese kamen nach dem Zweiten Weltkrieg aus Schlesien und Du selbst hast oft geschildert, dass du fünf Jahre benötigt hast, um in Hessen anzukommen. Wie schwer muss es dann sein für Menschen, die eine andere Kultur, Religion und Hautfarbe haben. Dadurch warst und bist Du persönlich geprägt.“
Diese Erfahrungen haben auch dazu geführt, dass sich Wolfgang Krastel vor zehn Jahren für das Ehrenamt in der Flüchtlingshilfe entschieden hat - angefangen bei der evangelischen Kirchengemeinde, dann bei den Maltesern und heute bei der Arbeiterwohlfahrt. Wolfgang Krastel ist auch Mitinitiator des „Interkulturellen Café“ beim Lädchen. Mit der Verdienstmedaille in Bronze ehrt die Stadt Obertshausen dieses beispielhafte ehrenamtliche Engagement.
Über Jahrzehnte hinweg ist Elmar Fuß (Zweiter von rechts) ehrenamtlich aktiv, darüber berichtete Erster Stadtrat Michael Möser (rechts) in seiner Laudatio. Zur Ehrung überbrachten auch Bürgermeister Manuel Friedrich (Zweiter von links) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano Glückwünsche. Foto: Stadt Obertshausen
„Es gibt Menschen, die reden viel über das, was getan werden müsste. Und es gibt Menschen, die es einfach tun. Heute ehren wir einen Menschen, der zur zweiten Kategorie gehört – und das seit über vier Jahrzehnten“, begann Erster Stadtrat Michael Möser seine Laudatio. Und er sprach dabei von Elmar Fuß. Sein ehrenamtliches Leben begann 1982 beim Jugendrotkreuz. Schon damals sei ihm klar gewesen: Hilfe ist kein Projekt, sondern eine Haltung. Elmar Fuß wurde Bereitschaftsleiter der aktiven Einsatzkräfte in Obertshausen. Seinen Zivildienst hat er im Büro der Kreisbereitschaftsleitung von Stadt und Kreis Offenbach geleistet. Und auch nach dieser Pflichtzeit sei er geblieben. Michael Möser sprach in diesem Zusammenhang von einer Berufung, die Elmar Fuß gefunden hatte.
Weiter wies der Laudator auf die Arbeit von Elmar Fuß als Leiter des Kreisauskunftsbüros – heute Personenauskunftsstelle - hin. „Hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich eine zutiefst menschliche Aufgabe: In Katastrophen- und Krisensituationen dafür zu sorgen, dass Menschen erfahren, wo ihre Angehörigen sind.“ Dabei hätte Elmar Fuß in Stadt und Kreis Offenbach mit Ausdauer und Fachkenntnis echte Aufbauarbeit geleistet. Sein Engagement kennt keine Grenzen: Er hat auch Hilfsgütertransporte in ein Kinderheim nach Rumänien und nach Budapest begleitet.
Auch im Vereinsring hat Elmar Fuß als stellvertretender Vorsitzender Verantwortung übernommen und „damit Brücken gebaut zwischen Vereinen, zwischen Menschen, zwischen Ideen“. Seit drei Jahren engagiert er sich auch in der erweiterten Landesbereitschaftsführung des Roten Kreuzes Hessen und gestaltet den Katastrophenschutz auf Landesebene mit – ehrenamtlich. „Die Verdienstmedaille der Stadt Obertshausen, die dir verliehen wird, ist mehr als ein Symbol. Sie ist der Dank einer ganzen Stadtgemeinschaft“, betonte Michael Möser.