Glückwünsche zum Dienstjubiläum überbrachten Bürgermeister Manuel Friedrich (Zweiter von links), Erster Stadtrat Michael Möser (Zweiter von rechts) und Steffen Ziesler vom Personalrat an Eva-Maria Uschmann (Mitte). Seit 25 Jahren ist sie für die Stadt Obertshausen tätig. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Marija Zagorscak leitet sie die Kita Badstraße.
Foto: Christina Schäfer/Stadt Obertshausen
Konfetti auf dem Boden, aufgeblasenes Wasserspielzeug und Urlaubsdeko – in der Kindertagesstätte (Kita) Badstraße wurde gefeiert. Das Fest galt nicht den Kindern, sondern Kita-Leiterin Eva-Maria Uschmann, die seit 25 Jahren für die Stadt Obertshausen arbeitet. Ihr Team organisierte eine kleine Auszeit für die Chefin am Rande des Kita-Alltags, die sie an ihren Lieblingsurlaubsort in Kroatien erinnern lässt.
25 Jahre im Dienst für die Jüngsten und das bei einem Arbeitgeber, das ist schon eine Leistung. An der Spitze der Kita Badstraße, einer Einrichtung für Kinder unter drei Jahren (U3), stehen damit aufsummiert 50 Jahre Erfahrungsschatz. Im vergangenen Jahr feierte die stellvertretende Leiterin Marija Zagorscak ihr 25. Dienstjubiläum. Seit acht Jahren gehen die beiden durch „Dick und Dünn“. Als Kita-Leiterin ist Eva-Maria Uschmann nicht nur Ansprechpartnerin für Kinder, Eltern und Mitarbeitende, sondern gestaltet auch die pädagogische Arbeit aktiv mit und setzt wichtige Impulse für die Zukunft der Einrichtung.
Von 1999 bis 2001 absolvierte Eva-Maria Uschmann ihre schulische Ausbildung zur Erzieherin. Im September 2001 startete sie als Praktikantin im Anerkennungsjahr in der städtischen Kita Robert-Stolz-Straße. Ein Jahr später wurde Eva-Maria Uschmann als Erzieherin in der Einrichtung übernommen. Von Anfang an überzeugte sie mit ihrem Engagement für die Kleinsten und ihren Ideen. Für Eva-Maria Uschmann war schon immer klar, dass sie mit Kindern arbeiten möchte. „Ich wollte eigentlich Lehrerin werden, aber dazu fehlte mir das Abitur“, berichtet sie. Und so führte sie ihr Weg in die Kita. Dort fand sie nicht nur einen Beruf, vielmehr ist ihr Job auch Berufung. Besonders am Herzen liegen ihr die Jüngsten – die Kinder unter drei Jahren. Auch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung lernte Eva-Maria Uschmann kennen und erlebte „viele ehrliche Herzensmomente mit Menschen, die ein anderes Lerntempo haben und besonders sind“.
Jede Herausforderung ist für Eva-Maria Uschmann Motivation. Motivation, sich Lösungen zu überlegen, Ideen umzusetzen oder Konzepte zu entwickeln. Selbstverständlich war sie auch sofort dabei, als es 2006 darum ging, in der Kita Robert-Stolz-Straße eine Krippe einzurichten. Für die engagierte Erzieherin, eine Chance, Neues zu erarbeiten. Sie weiß, was die Kleinsten brauchen, dass man ihnen schon viel zutrauen kann und, wie viel Persönlichkeit die unter Dreijährigen bereits besitzen. „Es geht um viel mehr als nur ums Windelwechseln“, betont sie. 2013 widmete sich Eva-Maria Uschmann zudem der Umsetzung des Sprachförderprojektes „Schwerpunkt-Kitas Sprache und Integration“ in der Einrichtung an der Robert-Stolz-Straße.
Mit ihrer Vision, „kleine Menschen als große Menschen“ zu sehen, ging sie schließlich den nächsten Schritt ihrer beruflichen Laufbahn. Im März 2018 folgte die Qualifizierung zur Kita-Leitung, fünf Monate später übernahm sie die Leitung der U3-Container-Kita Rodaustaße - eine Übergangseinrichtung der heutigen Kita Badstraße. Mit viel Herzblut, Geduld und Fachwissen hat Eva-Maria Uschmann die Entwicklung der Einrichtung entscheidend mitgeprägt.
„Ich kann meinen Kopf nicht ausschalten, wenn ich für etwas brenne, dann mit Elan und Leidenschaft“, erklärt Eva-Maria Uschmann. Und genau diese Leidenschaft lässt sie auch auf ihr 15-köpfiges Kita-Team überschwappen. In der konzeptionellen Arbeit der Mitarbeitenden fließen Aspekte aus Marte Meo (Methode der Erziehungsberatung) sowie der sprachunterstützenden Konzeption nach Hanen mit ein.
„Die Stadt Obertshausen hat mir immer wieder neue Chancen gegeben, mich weiterzuentwickeln“, erklärt Eva-Maria Uschmann und ist dankbar dafür. Ob beim Aufbau der Container-Kita oder bei der Eröffnung der Kita Badstraße, Eva-Maria Uschmann hatte Mitspracherecht, konnte ihre Ideen in Ausstattung und Konzeption mit einbringen. Und so leitet sie heute erfolgreich mit ihrem Team die städtische „Kita 7“. Und im Privaten gehören Mann Mirco, Sohn Luca, zwei Katzen, ein Hund, 30 Vögel und Hühner dazu. Das Herz von Eva-Maria Uschmann gehört Menschen und Tieren gleichermaßen. Und wenn sie mal außer Dienst ist und der Urlaub ruft, dann verbringt sie diesen gern in Kroatien am Meer.
Zum Dienstjubiläum gab es vom Team einen kleinen Zuschuss für die Reisekasse. Bürgermeister Manuel Friedrich und Erster Stadtrat Michael Möser brachten Urkunde, Blumenstrauß und ein kleines Präsent mit. Steffen Ziesler überreichte zudem eine Überraschung im Namen des Personalrats.
Manuel Friedrich gratulierte der langjährigen Mitarbeiterin und dankte ihr für ihren großen Einsatz. Dabei blickte er auch zurück auf den schwierigen Start der Container-Kita in Corona-Zeiten. Ein erstes Kennenlernen gab es nur mit Maske und auf Abstand. Und mit Stolz richtete er seinen Blick auf das, was aus der Kita 7 geworden ist: Ein Ort, an dem sich die Kleinsten geborgen fühlen und erste wichtige Erfahrungen außerhalb der Familie sammeln können.
„Kinder auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten, ist eine verantwortungsvolle und wertvolle Aufgabe. Eva-Maria Uschmann erfüllt diese Aufgabe seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft und besonderem Engagement“, betonte Bürgermeister Manuel Friedrich und gratulierte der Jubilarin. Den Glückwünschen schloss sich auch Erster Stadtrat Michael Möser an und erinnerte an viele gemeinsame Erlebnisse rund um die Kita. „Eva-Maria Uschmann ist immer für Überraschungen gut“, betonte Michael Möser. In den vergangenen 25 Jahren hat sich die Kinderbetreuung stetig weiterentwickelt. Neue pädagogische Konzepte, steigende Anforderungen und der Ausbau der U3-Betreuung haben den Arbeitsalltag verändert. Als große Befürworterin des Jahresarbeitszeitmodells im Kita-Bereich hat der Erste Stadtrat seinerzeit seine Kollegin kennengelernt.
Diese und weitere Entwicklungen hat die Jubilarin mit großem Engagement begleitet. Sie fördert den Zusammenhalt und begegnet Herausforderungen mit Ruhe und Weitblick. Und es gab gerade in der Anfangszeit der Kita 7 einige Herausforderungen, beispielsweise den Wasserschaden. Für die Kinder ist sie oft eine vertraute Bezugsperson, die ihnen Sicherheit und Orientierung gibt – und dabei auch gern auf dem Fußboden sitzt und den Kindern auf Augenhöhe begegnet.
„Wenn ich auf die vergangenen 25 Jahre zurückblicke, denke ich vor allem an die vielen Kinder, die ich in ihrer Entwicklung begleiten durfte“, sagt Eva-Maria Uschmann und ist für den Moment glücklich. Denn: Jeder Tag bringt neue Geschichten, neue Herausforderungen und schöne Momente.