Der zweite öffentlich zugängliche Bücherschrank auf dem Vorplatz des Familienzentrums ist eröffnet: Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich (Zweiter von rechts) und Céline Kleckow (Zweite von links) haben mit dem Durchschneiden des Bandes symbolisch den Startschuss gegeben für viele Lesefans, die sich nun an dem Schrank bedienen können. Mit auf dem Bild zu sehen sind auch die beiden Paten für den Bücherschrank: Heike Erdnüß und Rolf Richter.
Foto: Christina Schäfer/Stadt Obertshausen
Es ist ein Geben und Nehmen – so könnte man auch kurz und knapp die Funktionsweise des Bücherschranks beschreiben. Nur wenn jemand Bücher in den Schrank hineinstellt, können andere diese herausnehmen und lesen. Dies ist nun auch am Familienzentrum an der Vogelsbergstraße möglich. Auf dem Vorplatz – direkt neben der Bushaltestelle – haben Obertshausens Bürgermeister Manuel Friedrich und Céline Kleckow von der „Karl und Ruth Mayer Stiftung“ jüngst den zweiten öffentlich zugänglichen Bücherschrank eröffnet.
„Es freut mich, dass wir zu diesem schönen Anlass hier auf dem Vorplatz des Familienzentrums zusammenkommen konnten“, sagt Bürgermeister Manuel Friedrich. Und so geht sein Dank vor allem an die Karl und Ruth Mayer Stiftung, ohne deren finanzielle Unterstützung diese besondere Anschaffung für Obertshausen nicht möglich gewesen wäre. Und so hat die Stiftung nun bereits zum zweiten Mal das Projekt Bücherschrank für Obertshausen unterstützt und zu 100 Prozent mit 10.000 Euro finanziert. „Mit dieser Förderung durch die Stiftung wollen wir unseren Beitrag leisten, um das Interesse am Lesen zu fördern. Durch den Bücherschrank wird Bildung für jeden möglich“, betont Céline Kleckow.
Seit Sommer 2025 existiert der öffentliche Bücherschrank am Meininger Platz, der von einem breiten Publikum sehr gut angenommen wird. Gepflegt wird er - unter Regie der Stadtbüchereien Obertshausens - von drei Patinnen, die dafür sorgen, dass er immer mal wieder aufgeräumt und sortiert wird und der Inhalt nicht zu alt und unansehnlich ist.
Das Model „bookster pro“ hat sich bereits am Meininger Platz bewährt, sodass dieses, hergestellt von einer kleinen Firma in Köln, nun auch den Platz vor dem Familienzentrum ziert. Da sich der Schrank von zwei Seiten öffnen lässt, bietet er viel Platz für wunderbare Lektüre für jedermann. Der zweite Bücherschrank wurde ersetzt die öffentlichen Bücherregale im Rathaus Beethovenstraße und im Familienzentrum, die nur während der jeweiligen Öffnungszeiten zugänglich waren. Und für das Regal im Familienzentrum haben die Tausendfüßler bereits eine neue Idee: ein „Tauschring“ soll dort aufgebaut werden.
Die öffentlich-zugänglichen Bücherschränke sind sieben Tage die Woche, 24 Stunden am Tag geöffnet. Dabei sind auch ein paar Regeln zu beachten: Es dürfen Bücher entnommen oder gebracht werden – in gutem Zustand, für eine breite Leserschaft geeignet. Nicht gestattet sind Werke mit gewaltverherrlichendem, rassistischem oder pornografischem Inhalt sowie Fachliteratur, Tageszeitungen oder Werbeflyer. Wenn das Regal voll ist, müssen die mitgebrachten Bücher wieder mitgenommen werden.
Für die Patenschaft haben sich drei Interessierte gefunden, die sich alle regelmäßig im Familienzentrum aufhalten - sei es bei der Seniorenhilfe oder bei den Tausendfüßlern. Künftig behalten Heike Erdnüß, Rolf Richter und Miriam Karabay den Bücherschrank an der Vogelsbergstraße im Blick. Sollten Probleme auftreten, stehen die Stadtbüchereien als Ansprechpartner bereit.
„Wir haben wirklich in Obertshausen großes Glück, unterstützende Stiftungen und engagierte Bügerinnen und Bürger vor Ort zu haben“, betont Manuel Friedrich abschließend.