Der Ehrungsabend der Stadt Obertshausen ist immer ein besonderes Ereignis. Diese Veranstaltung ist den Menschen gewidmet, die sich mit Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein ehrenamtlich für das Wohl anderer einsetzen. Es sind die Menschen, die die Gesellschaft lebendig und menschlich machen. Ihnen gilt besonderer Dank und Anerkennung. Für 2026 standen elf Ehrungen im feierlichen Rahmen im Bürgerhaus an der Tempelhofer Straße an. In loser Folge werden die Geehrten näher vorgestellt. Diesmal: Dagmar Kreis, Michael Fischer und Harald Wagner. Sie wurden jeweils mit der Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet.
Ehre, wem Ehre gebührt: Mit der Verdienstmedaille in Bronze wurde jüngst Dagmar Kreis ausgezeichnet. Es gratulierten Bürgermeister Manuel Friedrich (links), Erster Stadtrat Michael Möser (Zweiter von rechts) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano (rechts).
Foto: Stadt Obertshausen
„Es gibt Auszeichnungen, die ehren einen besonderen Moment. Und es gibt Auszeichnungen, die würdigen ein ganzes Lebenswerk“, so begann Bürgermeister Manuel Friedrich die Laudatio für Dagmar Kreis. „Die Verdienstmedaille in Bronze, die wir heute verleihen dürfen, gehört zweifellos zur zweiten Kategorie.“ Und der Rathaus-Chef blickte auf viele Jahre ehrenamtlicher Arbeit von Dagmar Kreis zurück, in denen sie mit Herzblut, Ausdauer und großer persönlicher Hingabe nicht nur einen Verein, sondern das kulturelle Leben der Stadt nachhaltig geprägt hat. Was 1979 als Mitgliedschaft beim Volkschor Germania Obertshausen begann, entwickelte sich über die Jahre zu einer außergewöhnlichen Erfolgsgeschichte des ehrenamtlichen Engagements. Dagmar Kreis hat mitgestaltet und Verantwortung übernommen. Im Jahr 2003 übernahm Dagmar Kreis den Vorsitz des Frauenchors „musica querbeet“. Vier Jahre später hat sie Vereinsgeschichte geschrieben, als sie als erste Frau den Vorsitz des traditionsreichen Volkschors Germania übernommen hat.
Jüngst hat der Verein sein 150-jähriges Jubiläum gefeiert – ein außergewöhnlicher Meilenstein. Dieses Jubiläum sei nicht nur Anlass zur Freude, sondern auch Anlass zum Dank gewesen, berichtete Manuel Friedrich. Dank an all jene, die den Chor über Jahrzehnte getragen haben. Und zu diesen Menschen gehört auch Dagmar Kreis. Denn sie hat nicht nur Menschen zusammengebracht, sondern sich auch mit Leidenschaft und Beharrlichkeit dafür eingesetzt, dass ein wichtiger Teil des kulturellen Lebens lebendig bleibt.
Mit der Verdienstmedaille in Bronze wurde Harald Wagner (Zweiter von links) ausgezeichnet. Es gratulierten Bürgermeister Manuel Friedrich (links), Erster Stadtrat Michael Möser (Zweiter von rechts) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano.
Foto: Stadt Obertshausen
Für das kulturelle Leben der Stadt ist auch Harald Wagner unverzichtbar: Seit über 30 Jahren prägt er es mit, gestaltet er es mit und trägt es mit. Und so war es für den Ersten Stadtrat Michael Möser eine besondere Ehre die Laudatio für Harald Wagner an diesem Abend zu halten, zumal er sich auch an viele persönliche Begegnungen erinnert, da er in direkter Nachbarschaft zum Wagnerschen Elektrogeschäfts aufgewachsen ist. Harald Wagner ist seit 1992 Mitglied der Sängervereinigung Hausen. „Und wenn ich sage ,Mitglied‘, dann ist das eine Untertreibung“, erklärte Michael Möser. Denn vielmehr sei Harald Wagner von Anfang an nicht einfach dabei, sondern mittendrin gewesen. Bereits ab 1992 engagierte er sich im Sängerbeirat.
Vier Jahre später übernahm er das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden – eine Position, die er fast 20 Jahre lang ausfüllte. 2015 übernahm er den Vorsitz der Sängervereinigung Hausen. „Eine Verantwortung, die er bis heute mit vollem Herzen und voller Energie ausfüllt.“ Dabei ist Harald Wagner auch selbst aktiver Sänger. „Er kennt jede Note, jeden Einsatz, jeden Atemzug, den es braucht, um Musik lebendig werden zu lassen. Er führt nicht nur den Verein – er lebt ihn“, betonte Michael Möser. So sei Harald Wagner, wenn eine Veranstaltung ansteht, der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Er packt mit an. Und bei all seinem Schaffen und Wirken hat die Jugendarbeit einen besonderen Stellenwert eingenommen. Über Jahre hinweg habe er mit der „Sängerjugend" regelmäßige Zeltwochenenden organisiert und begleitet. Dabei zeigte er jungen Menschen, dass ein Verein mehr ist als Singen am Abend. Es geht um Gemeinschaft, um gemeinsame Erlebnisse und Abenteuer. Harald Wagner hat mit seinem Engagement dafür gesorgt, dass in der Stadt gesungen wird – und dass dieses Singen Menschen verbindet.
Mit der Verdienstmedaille in Bronze wurde Michael Fischer (Zweiter von links) ausgezeichnet. Es gratulierten Bürgermeister Manuel Friedrich (links), Erster Stadtrat Michael Möser (Zweiter von rechts) und Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano.
Foto: Stadt Obertshausen
Zu den Machern und Gestaltern der Stadt zählt auch Michael Fischer. Auch er wurde aufgrund seines Wirkens mit der Verdienstmedaille in Bronze ausgezeichnet. Und so bezeichnete Jürgen Weber ihn in seiner Laudatio als den „Motor des EventKulturClubs“. Angefangen hatte alles mit privaten Events mit der Band Second Spring im Jahr 2006 - damals noch in der „Rose“ in Rembrücken, ab 2008 bei der TGS Hausen. „Der Verein ,Just for Fun‘ und heute ,EventKulturClub‘ wurde später im März des Jahres 2010 gegründet, dessen Vorsitzender Du seit dieser Zeit bist“, berichtete Jürgen Weber. Zahlreiche Veranstaltungen tragen die Handschrift von Michael Fischer: Von der Hausener Rocknacht über „We love the 80 / 90“ bis hin zu Classic Cars.
Zudem geht es Michael Fischer auch heute noch darum, Vereine am Ort zu unterstützen, beispielsweise den spanischen Elternverein oder das Deutsche Rote Kreuz (DRK). Aus diesem Gedanken heraus, anderen zu helfen, wurden über die Jahre fast 28.000 Euro an verschiedene Vereine oder auch Privatpersonen in Not gespendet. „Wenn wir an den EventKulturClub denken, dann denken wir an Kultur, an Gemeinschaft, an unvergessliche Momente und Events, die Obertshausen bereichern. Aber all diese Veranstaltungen fliegen uns nicht einfach so zu. Da braucht es ein Fundament, ein Organisationstalent und vor allem jemanden mit Herzblut“, berichtete Jürgen Weber. Und dieses Engagement besitzt Michael Fischer. Und so hört dieses nicht an der eigenen Vereinstür auf: Als Bindeglied und engagierte Kraft im Vereinsring Obertshausen schaut er über den Tellerrand hinaus. „Durch deinen Einsatz hast du geholfen, Brücken zu bauen, Kooperationen zu stärken und das kulturelle Netzwerk in Obertshausen lebendig zu halten.“