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Aus dem Rathaus

Drastischer Eingriff in wertvollen Lebensraum

Die Zerstörung des Biberdamms wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht. 
Foto: privat
Die Zerstörung des Biberdamms wurde bei der Polizei zur Anzeige gebracht.
Foto: privat

Ein Biber am Bauerbach: Die Ansiedlung war für viele Naturschützer 2023 eine große Überraschung. Der Nager hatte sich als neues Domizil den Hausener Bauerbach ausgesucht. Seitdem hatte der Biber aus Ästen, Schlamm und Pflanzenmaterial einen Damm errichtet. Seine Aktivitäten waren nicht zu übersehen. Im Herbst 2025 war zudem eine weitere Erhöhung des Damms zu beobachten. So ist ein wertvoller Lebensraum entstanden, den es in Obertshausen zuvor nicht gab.
 
Nun folgte leider eine Überraschung im negativen Sinn: Der Biberdamm wurde erheblich beschädigt beziehungsweise zerstört. Bei einer Begehung durch Vertreter der Stadt und des NABU Obertshausen am Donnerstag, 5. März, war in der Dammmitte eine „Senke“ zu erkennen, durch die Wasser floss. Zu einem massiven Eingriff durch Unbekannte muss es vermutlich in der Nacht von Freitag (6. März) auf Samstag (7. März) gekommen sein. In der Folge kam es zu einem Bruch am Hauptdamm im Mühlgraben am Rand des Naturschutzgebiets Gräbenwäldchesfeld. Seitdem ist der Wasserstand stark gefallen. Seine Funktion kann der Damm damit nur noch eingeschränkt erfüllen.
 
Der Bau solcher Dämme spielt eine wichtige Rolle für das ökologische Gleichgewicht von Gewässern. Durch das Aufstauen des Wassers im Bauerbach ist ein wertvolles Feuchtgebiet entstanden. Das Biotop hat sich bis in das angrenzende Naturschutzgebiet erstreckt. „So hat der streng geschützte Biber nicht nur seinen eigenen Lebensraum geschaffen, sondern auch den für weitere gefährdete und geschützte Tiere“, teilt der Vorsitzende des NABU Obertshausen, Peter Erlemann, mit. „Auffallend waren die zahlreichen Stockenten, seltene Krickenten, Teichhühner, Wasserrallen und ein Zwergtaucher. Zur Nahrungssuche kamen immer wieder Weißstörche, Grau- und Silberreiher. Daneben hat sich für Amphibien und Libellen ein idealer Lebensraum entwickelt.“
 
Die Obertshausener Naturschützer zeigen sich besorgt über den Vorfall. Biberdämme sind komplexe Bauwerke mit großer Bedeutung für das Ökosystem. „Es gab aber auch stets die Meinung von Landnutzern, denen der Biber und die Folgen seiner Aktivitäten ein Dorn im Auge waren“, berichtet Peter Erlemann. „Und jetzt, nachdem zwei Jahre alles gut ging, wurde der Damm von Unbekannten zerstört: In den Damm wurde eine Lücke geschlagen, das Wasser im Bach ist abgelaufen und der Lebensraum für geschützte Arten vernichtet. Es zeigt sich ein Bild der Verwüstung mit verschlammten Uferböschungen und langen Algenfäden, die vom Gebüsch am und im Bach herabhängen.“
 
Das Entsetzen über diesen drastischen Eingriff am Biberdamm teilt auch die Stadt Obertshausen und hat Anzeige gegen Unbekannt bei der Landespolizei erstattet. Gleichzeitig wurde der Verfall dem Regierungspräsidium gemeldet.

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