Die Stadtverwaltung Obertshausen hat das System zur Ausgabe der kostenlosen Windelsäcke angepasst. Hintergrund ist die zunehmende zweckentfremdete Nutzung der Säcke, welche die städtische Haushaltskasse in erheblichem Maße belastet. Die kostenlosen Windelsäcke sind als gezielte Entlastung für Familien mit Kleinkindern sowie für Angehörige von pflegebedürftigen Personen mit Inkontinenz gedacht. In der Vergangenheit wurde jedoch beobachtet, dass die Säcke vermehrt für die Entsorgung von Altkleidern, Grünschnitt oder allgemeinem Verpackungsmüll missbraucht werden. Auch die Nutzung als Auskleidung für Mülltonnen oder zur Lagerung privater Gegenstände wurde festgestellt.
„Die Windelsäcke sind ein hochwertiges Entsorgungsangebot, das durch Steuergelder finanziert wird. Jeder zweckentfremdete Sack fehlt an anderer Stelle oder belastet die Allgemeinheit unnötig“, erklärt Erster Stadtrat Michael Möser. Um sicherzustellen, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie benötigt wird, hat Obertshausen zum 1. April 2026 ein neues Bezugssystem eingeführt.
„Zu Beginn hat dies für Verunsicherungen bei den Nutzerinnen und Nutzern gesorgt. In vielen Gesprächen haben wir die Hintergründe zum neuen System erläutert – und auch eine Anpassung vorgenommen und die Menge vom ursprünglichen Plan verdoppelt, um den gegebenen Bedingungen gerecht zu werden“, ergänzt Michael Möser.
Seit dem Stichtag werden Windelsäcke nicht mehr pauschal, sondern nur noch gegen Vorlage einer offiziellen Berechtigungskarte ausgegeben. Voraussetzungen für den Erhalt der Karte sind die Geburtsurkunde des Kindes (bis drei Jahre) oder die Vorlage eines ärztlichen Attests. Für Tagesmütter gibt es Sonderregelungen, ebenso für ältere Kinder, die noch Windeln benötigen.
Die Berechtigungskarte limitiert den Bezug auf 24 Windelsäcken pro Jahr - das entspricht einem Windelsack pro Restmülltonnenleerung. Mit der Karte können die Windelsäcke wie gewohnt an der Zentrale im Rathaus in der Schubertstraße im Ortsteil Hausen oder im Einwohnermeldeamt im Rathaus in der Beethovenstraße kostenlos abgeholt werden.
Den Antrag finden Betroffene im Internet unter https://www.obertshausen.de/de/service/abfall/allgemeines oder erhalten ihn in Papierform bei den oben genannten Stellen. Der Antrag ist dann an das Team der Abfallwirtschaft unter E-Mail: abfallwirtschaft@obertshausen.de zu senden. Bei weiteren Fragen können sich Bürgerinnen und Bürger unter Telefon: 06104 7037306 melden.